Direkte Plattensuche

Mitte November nutzten wir die letzten sommerlich warmen Tage, um in der Südwand des Kressenberges zu klettern. Wir entschieden uns für die direkte Plattensuche, und wurden definitiv nicht enttäuscht: traumhafte Plattenkletterei in wasserzerfressenen, bombenfesten Fels, plaisirmäßiger Absicherung und spektakulärer Kullisse.

Die erste SL startet über eine wunderschöne PLatte ziemlich geradlinig empor (6+). Darauf folgt eine weitere Plattenlänge (5+) welche anfangs nach links und anschließend gerade hinauf verläuft. Die dritte SL (4+) bietet trotz der gemäßigten Schwierigkeiten wunderschöne Wasser-Runsen.

Es folgen 2 Seillängen (Gehgelände, 3), welche leicht diagonal nach links verlaufen. Stand auf Band.
Nun gehts in die vorletzte SL (6+), welche zu Beginn einen technischen Einzelzug aufweist.
Stand vor einer Verschneidung. Bei der letzten SL (7-) handelt es sich um die Schlüssel-SL, welche zuerst gerade empor verläuft und in der Mitte einen kurzen Quergang nach rechts macht.
Anchließend klettert man über den „Panorma-Üfeiler“ (3+) die letzten beiden SL über den Grat zum Gipfel. Am beinahe höchsten Punkt des Kressenberges findet man den Abseilstand (Kettenstand). Wir seilten mit Doppelseil 4 mal ab und befanden uns nach ca. 1 Stunde zurück am Einstieg.
Vorsicht beim Seilabziehen: durch die vielen Bänder kommt einiges an Steinen mit

Summa summarum eine absolut lohnenswerte Tour, für welche man liebend gern den ausgedehnten Zustieg in Kauf nimmt 😉

Facts:

  • UIAA: 7- (6+ obl.)
  • Berg: Kressenberg  (2205 m)
  • Kletterlänge: 270 m
  • Exposition: Süd
  • Erstbegeher: Gstöttenmayr, Hochreiter
  • Material: 12 Expressen, Doppelseil
  • Ausgangspunkt: Über die Pyhrn Autobahn zur Ausfahrt St. Pankraz/Hinterstoder. Weiter entlang der Landstraße talein bis Hinterstoder. 1 Km nach dem Ortszentrum befindet dich der Parkplatz Johannishof auf der rechten Straßenseite.
  • Zustieg: Vom Prielschutzhaus (Zustieg dorthin in ca. 1,5 Studen) aufwärts, vor dem Wasserreservoir rechts dem Steiglein (Beschilderung „Klettertouren Kressenberg“) folgen. Nach einigen Minuten bei Weggabelung links halten. Am Blosskogel den roten Punkten ins Goldkar folgen. Einstieg etwa 10 Meter rechts der markanten „Diagonale“, Klebehaken am Einstieg. Insgesamt ca 2,5 Stunden
  • Abstieg: Abseilen über die Abseilpiste
  • Absicherung: sehr gut mittels Bolts abgesichert. Standplätze mit jeweils 2 BH eingerichtet und verbunden. Keine mobilen Sicherungsmittel nötig
blau= direkte Plattensuche

3.SL über traumhafte Wasserrunsen (5)

7.SL: Cux (7-)
Ausstieg über Panorama-Pfeiler (3+) zum Gipfel
Abseilen über die Route